„5,9-prozentiges rotes Thiermondinger“

Artikel aus „Von Haus zu Haus“ – „Craft Bier“ lockte bei Vorstellung zahlreiche Interessenten an

Vörstetten (mbo). Das Fachwerk- dorf Vörstetten ist auch als das Dorf der Streuobstwiesen bekannt und daher wurde vor einigen Jahren ein eigener Vörstetter Apfelsaft aus un- behandelten Äpfeln auf der Gemar- kung gepresst und mit Erfolg ver- marktet. Bekannt sind auch das Vör- stetter Gemüse und der Salat, die rund um das Dorf angepflanzt wer- den. Dass nun eine dritte Bekannt- heitskomponente hinzukommt, hat das Dorf dem Vörstetter Brauzirkel zu verdanken, der ein eigenes, typi- sches Bier gebraut hat: „Rotes Thiermondinger“.

Wasser, Hefe, Hopfen und Malz sind die Zutaten für ein Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot. Die Hefe wandelt den Zucker aus dem Malz zu Alkohol um. Bei relativ hohen Tem- peraturen entsteht ein obergäriges Bier und die Hefe schwimmt oben. Braumeister Martin Walschebauer, Braumeister und einer der Mitglieder im Bier-Zirkel: „Wir wollten kein Massenbier herstellen. Der Hopfen, hier handelt es sich um eine ameri- kanische Sorte, bringt das Aroma und die bestimmte Malzsorte sorgt für die rötliche Farbe und einen karamellartigen Geschmackskörper.“ Allerdings, so Bürgermeister Brügner, sei im jetzigen Bier keine wilder Hopfen aus dem ehemaligen Thiermondingen-Gebiet verarbeitet worden, „weil es die Jahreszeit nicht zuließ“.

2.300 Liter abgefüllt

So brauten Martin Walschebauer, Werner Schmidt, Denis Deiser, Daniel Schillinger und Bürgermeister Lars Brügner zuerst in einer Brauerei in Lenzkirch 60 Liter, die dann im Rahmen eines speziellen Biermenüs im Landgasthaus ausgeschenkt wurden. Der Erfolg dieser Aktion ließ die Beteiligten mutig werden, und nun haben sie in einer Elzacher Brauerei 2.300 Liter zumeist in Flaschen und einen kleinen Rest in Fässern abge- füllt. Das Etikett der 0,33-Liter-Fla- schen ziert keine anderer als Johann Jakob Lay, Bürgermeister von 1877 bis 1883 und von 1888 bis 1903. Unter dem Stichwort „Craft Bier“ versteckt sich die Bezeichnung eines kreativen, hochwertigen Bieres, das handwerklich hergestellt wird und über besondere Aromen verfügt. Zusammen mit der Gemeinde wurde nun eine Kampagne „Unser Dorf, unser Bier“ gestartet, um das 5,9-prozentige „Thiermondinger Rot“ zu vermarkten.

Mit einer offiziellen Vorstellung desBieresamvergangenen Donnerstag wurde diese Aktion auf dem Rat- hausplatz gestartet. Bei angeneh- mem Frühlingswetter waren viele Neugierige gekommen, um das Bier zu verkosten. „Thiermondingen“ war nachweislich ein kleines Dorf auf heutiger Vörstetter Gemarkung zwischen Vörstetten, Reute und Denzlingen. Es gab dort auch eine kleine Kapelle; die letzte Erwähnung war 1733. Da dort auf dem Gelände auch wilder Hopfen wachsen soll, ist die Verbindung zum Produkt herge- stellt. Das Bier kann ab sofort auf dem Rathaus, bei Getränke Bürklin und im Landgasthaus Schillinger er- worben werden.

Sehr zufrieden können die Bierbrauer des Vörstetter Brauzirkels sein: Bei der ersten Verkostung am vergangenen Donnerstag ernteten die Brauer viele Komplimente für das „Thiermondinger Rot“. V.l.n.r. Denis Deiser, Werner Schmidt, Martin Walschebauer, Bürgermeister Lars Brügner und Daniel Schillinger

Quelle: WZO Verlag https://de.calameo.com/read/0037438201531b2e95a26